Kirchenchor on Tour

Ausflug mit Mehrwert

Mit einer Fahrt in die Bach-Stadt Köthen hat der Kirchenchor Wantewitz seine Gemeinschaft gestärkt.

Ensemble / Organisation
Kirchenchor Wantewitz (ev.-luth. Kirchgemeinde Großenhainer Land)
Projekttitel
Great Days
Bundesland
Sachsen
Fördersumme
11.104 EUR
Genre
Vokal
Social Media / Website
Der Kirchenchor Wantewitz über sich selbst:

“Der Chor pflegt ein breites Repertoire von der klassischen Kirchenmusik bis hin zu modernen geistlichen Liedern und Spirituals, darunter immer wieder auch Kompositionen des Chorleiters und fremdsprachige Werke. Der Chor tritt hauptsächlich in den Kirchen der Kirchgemeinde Großenhainer Land auf, aber auch außerhalb in Gottesdiensten und Konzerten.”

Über die Chorfahrt nach Köthen:

“Jeder Mitgereiste war glücklich, diese Seite des Chorlebens nach der langen Zeit der Beschränkungen wieder erleben zu dürfen.”

Fahr doch mal weg

Auch dem Kirchenchor Wantewitz im sächsischen Landkreis Meißen hatte Corona sehr zugesetzt. Zwar fanden je nach gerade geltender Hygiene-Regelung regelmäßig Online-Proben statt, später auch Präsenz-Proben. Es gab auch Auftritte in Andachten und Gottesdiensten, viele davon mit Abstand oder draußen an der frischen Luft. Doch nicht zuletzt aus gesundheitlicher Vorsicht konnten dabei nicht alle mitmachen. Manche der über 50 Chormitglieder waren die zwei Jahre der Pandemie regelrecht isoliert. Und auch die seit 15 Jahren regelmäßig unternommenen Reisen mussten coronabedingt ausfallen. Der Kirchenchor Wantewitz ist nämlich ganz gern auf Achse. In der Vergangenheit fuhr er viel zu Probenwochenenden und Konzertauftritten innerhalb Sachsens, aber auch ins Baltikum, nach Polen und Rumänien.

Sobald die Lage es wieder zulassen würde, wollte Chorleiter Stefan Jänke deshalb seinem Ensemble wieder eine Fahrt ermöglichen. „Das tut dem sozialen Miteinander im Chor sehr gut“, ist Jänke überzeugt: „Und gerade beim Musizieren von Laien und Amateuren ist das Miteinander die halbe Miete.“

 

Auf den Spuren Bachs

Und tatsächlich ließ sich dank IMPULS-Förderung Ende Mai 2022 eine Reise per Charterbus ins 160 km entfernte Köthen in Sachsen-Anhalt realisieren. Eine Sängerin des Chores hatte dort früher gewohnt, sodass sich ein Kontakt zur Köthener evangelischen Kirchengemeinde, wo man auftreten wollte, problemlos ergab. In Köthen war Johann Sebastian Bach von 1717 bis 1723 Hofkapellmeister unter Fürst Leopold. Bis heute kann man dort Sehenswürdigkeiten der Wirkungsstätte Bachs besuchen wie die Kirche St. Jakob oder das ehemalige Wohnhaus. Für einen Kirchenchor, zu dessen Repertoire auch Alte Musik, Barock und Klassik gehört, eine spannende Sache.

 

Mit ‚Great Day’ auf Tour gehen

Doch der Kirchenchor Wantewitz singt auch Modernes, bis hin zu Pop und auch Gospels. So stand das Projekt der Fahrt nach Köthen und seiner Vorbereitung unter dem Motto „Great Days“, benannt nach dem gleichnamigen Spiritual. Stefan Jänke, der auch Komponist ist, hatte den Song als 4-stimmigen A-cappella-Satz arrangiert. Es sollte das Herzstück des Konzertprogramms in Köthen werden. Im Mai lud man zunächst zu vier Schnupperproben, bei denen sogar zwei neu angeworbene Sänger*innen dazu stießen. Leider erkrankten unterdessen einige Chormitglieder, unter anderem an Corona. Deshalb konnte das Great-Day-Programm nicht mehr rechtzeitig erarbeitet werden. Zudem meldeten sich nicht ganz so viele Sänger*innen zum ersehnten Ausflug an wie anfangs gedacht. Aber immerhin: 28 Chormitglieder fuhren schließlich nach Köthen und bestritten während der Chorfahrt mit bereits bewährten Repertoire-Stücken insgesamt drei Auftritte – in zwei Gottesdiensten und bei einem Gemeindefest. Eine Stippvisite beim Deutschen Chorfest in Leipzig, das just am selben Wochenende stattfand, war ein weiterer Programmpunkt der Fahrt: „Anderen Chören zuzuhören, zumal in der Gruppe, gibt einen enormen Motivationsschub“, so Jänke.

 

Unterstützung für alle

Keine Frage. Der Kirchenchor Wantewitz wird auch in Zukunft ähnliche Reisen angehen. Wobei diese Fahrt nach Köthen eine besondere war. Denn im Chor singen auch einige Senioren, Geflüchtete und junge Familien mit, die finanziell nicht so gut gestellt sind. Ihnen konnte durch die IMPULS-Förderung ein verringerter Teilnahmebeitrag ermöglicht werden, sodass es keine finanziellen Hürden zur Teilnahme gab. Dass niemand verloren gehen darf, ist in der Chorgemeinschaft eine Selbstverständlichkeit. Und ebenfalls nicht verloren geht im Übrigen auch das einstudierte, aber dann doch nicht zur Aufführung gebrachte Konzertprogramm. Die Spirituals rennen nicht weg! Und so ein ‚Great Day‘ lässt sich irgendwann sicher nachholen.

Bildergalerie zur Chorfahrt nach Köthen